Wissen, das nicht in Schubladen denkt. Textbasiert. In deinem Tempo.

Über die Lauretta Stone Akademie

Eine Akademie, ein Forschungsprojekt – und eine kleine Projektarbeit, die völlig außer Kontrolle geraten ist

Die Lauretta Stone Akademie ist nicht am Reißbrett einer Marketingagentur entstanden. Sie begann als Projektarbeit während meiner Weiterbildung im Bereich Erwachsenenbildung und E-Learning an der IU Düsseldorf.

Die ursprüngliche Aufgabe war überschaubar: ein kleines E-Learning-Angebot mit Google Forms entwickeln.

Wirklich klein.

Nun ja.

Aus dem Formular wurde eine Plattform. Aus der Plattform wurde eine Akademie. Und aus einer Studienaufgabe entstand ein Bildungsprojekt, das inzwischen sehr viel größer ist als ursprünglich geplant. Wer selbst eine Scanner-Persönlichkeit hat, dürfte mit dieser Art der Projektentwicklung vertraut sein: Man beginnt mit einer überschaubaren Idee und findet sich wenig später zwischen Kurskonzepten, Forschungsfragen, Arbeitsbüchern, Literaturregistern und einer erstaunlichen Anzahl geöffneter Tabs wieder.

Auch der Name Lauretta Stone war keine monatelang entwickelte Markenstrategie. Er war ein spontaner Einfall – wie so viele Einfälle in meinem Leben. Manche verschwinden nach drei Tagen wieder. Dieser ist geblieben.

Die Akademie als Forschungsprojekt

Die Lauretta Stone Akademie ist nicht nur eine Bildungsplattform. Sie ist zugleich mein Forschungs- und Entwicklungsprojekt im Studium der Bildungswissenschaft an der FernUniversität in Hagen und soll die Grundlage meiner Bachelorarbeit bilden.

Mich interessiert dabei nicht nur, welche Inhalte Menschen lernen. Ich möchte untersuchen, wie digitale Erwachsenenbildung gestaltet sein muss, damit sie fachlich anspruchsvoll und trotzdem zugänglich bleibt.

Wie kann eine Lernumgebung Orientierung geben, ohne Menschen zu bevormunden? Wie lassen sich komplexe Themen erklären, ohne sie künstlich zu vereinfachen? Wie können wissenschaftliche Erkenntnisse in den Alltag übersetzt werden, ohne daraus das nächste Patentversprechen zu bauen? Und wie gestaltet man Lernen für Menschen, deren Aufmerksamkeit, Energie oder Lebensrealität nicht immer in ein standardisiertes Kurssystem passen?

Die Akademie ist deshalb kein fertiges Denkmal, sondern ein wachsendes Bildungsprojekt. Inhalte, Didaktik und technische Umsetzung werden geprüft, weiterentwickelt und dokumentiert. Neue Erkenntnisse dürfen frühere Annahmen verändern. Wissenschaft wäre schließlich ziemlich nutzlos, wenn am Ende immer nur herauskommen dürfte, was man vorher schon geglaubt hat.

Ich bin Laura

Hinter der Lauretta Stone Akademie stehe ich: Laura, 42 Jahre alt, Fahrlehrerin, angehende Bildungswissenschaftlerin, dreifache Mutter von pubertierenden und nicht mehr pubertierenden Kindern und ausgesprochen neugieriger Mensch.

Mit 40 kam meine AuDHS-Diagnose, schockierend, aber so unheimlich erklärend für mich. Dazu kommt eine sehr ausgeprägte Scanner-Persönlichkeit: Ich interessiere mich intensiv für viele unterschiedliche Themen, erkenne schnell Zusammenhänge und entwickle mit großer Begeisterung neue Ideen.

Das klingt zunächst wunderbar – und kann es auch sein.

Ideenreichtum ist aber nicht ausschließlich ein hübsches Talent. Er kann bedeuten, immer wieder neu anzufangen, sich in Möglichkeiten zu verlieren, zu viel gleichzeitig zu wollen und schmerzhaft feststellen zu müssen, dass auch ein außerordentlich interessierter Mensch nur 24 Stunden pro Tag zur Verfügung hat. Unverschämt, aber offenbar nicht verhandelbar.

Meine Sprunghaftigkeit hat mir in der Vergangenheit nicht nur spannende Wege eröffnet. Sie hat auch zu Überforderung, nicht abgeschlossenen Projekten, Selbstzweifeln und dem Gefühl geführt, irgendwie falsch organisiert zu sein. Heute sehe ich differenzierter darauf. Nicht jede Schwierigkeit ist persönliches Versagen. Oft treffen ein bestimmtes Nervensystem, hohe Anforderungen und eine ungeeignete Umgebung ungünstig aufeinander.

Diese Perspektive prägt die Akademie.

Mein Lebenslauf verläuft nicht besonders gerade

Ich habe in meinem Leben nicht nur einen Beruf ausgeübt und konsequent eine einzige Karriereleiter erklommen. Meine berufliche Biografie besitzt eher die Form eines gut frequentierten Autobahnkreuzes.

Ich bin Fahrlehrerin. Ich habe eine Reinigungsfirma gegründet. Ich habe irgendwann einen Foodtrailer aus China bestellt – wie man das eben macht, wenn aus einer Idee plötzlich ein ausgewachsenes Projekt wird. Vor vielen Jahren gründete ich außerdem eine in Deutschland ansässige Live-Shopping-Firma, lange bevor Live-Shopping hierzulande überall Thema war.

Nicht jedes Projekt wurde zum dauerhaften Unternehmen. Nicht jede Idee war wirtschaftlich vernünftig. Manche Erfahrungen waren großartig, andere lehrreich, und einige waren vermutlich beides – nur nicht unbedingt am selben Tag.

Diese Wege gehören zu mir. Sie erklären, warum ich mich für berufliche Neuorientierung, Selbstständigkeit, Neurodivergenz, Scanner-Persönlichkeiten, Lernen und die oft unsichtbare Arbeit hinter vermeintlich spontanen Ideen interessiere.

Die Lauretta Stone Akademie tut deshalb nicht so, als ließe sich ein menschliches Leben sauber in fünf planbare Schritte zerlegen. Lebenswege dürfen widersprüchlich sein. Entwicklung darf Umwege enthalten. Und ein abgebrochenes Projekt ist nicht automatisch bedeutungslos.

Warum so viele Angebote Frauen in den Mittelpunkt stellen

Ich bin Feministin. Nicht als dekorative Selbstbeschreibung und nicht nur an Tagen, an denen es sich gut in einen Social-Media-Beitrag einfügt.

Viele meiner Ideen und Projekte beschäftigen sich mit der Lebensrealität von Frauen. Das liegt daran, dass ich immer wieder sehe, wie viel Frauen leisten – beruflich, familiär, emotional und organisatorisch – und wie selbstverständlich ein großer Teil dieser Leistung behandelt wird.

Frauen tragen Verantwortung, begleiten Kinder, pflegen Angehörige, organisieren Haushalte, halten Beziehungen und Arbeitsabläufe zusammen, fangen Krisen auf und versuchen nebenbei, ihre eigenen Bedürfnisse nicht vollständig zu vergessen. Viele bewältigen eine enorme Belastung und haben trotzdem das Gefühl, nicht diszipliniert, belastbar oder erfolgreich genug zu sein.

Ich möchte Frauen nicht erzählen, dass sie alles schaffen können, wenn sie es nur intensiv genug wollen. Dieser Satz ignoriert reale Grenzen, strukturelle Benachteiligungen, Care-Arbeit, gesundheitliche Belastungen und fehlende Ressourcen.

Ich möchte Frauen dabei unterstützen, genauer zu erkennen, was sie längst leisten, welche Bedingungen ihnen das Leben unnötig erschweren und wo Veränderung tatsächlich möglich ist.

Frauen müssen nicht besser sein als Männer, um gleichwertig zu sein. Sie sollten aber aufhören müssen, ihre Fähigkeiten ständig unter Beweis zu stellen, während ihre Belastungen als private Organisationsfrage behandelt werden. Und wir Frauen dürfen lernen, einander stärker zu unterstützen, statt uns an Maßstäben zu messen, die für viele von uns nie besonders fair waren.

Jedes Kursthema hat mit meinem Leben zu tun

Die Themen der Lauretta Stone Akademie sind nicht zufällig zusammengesucht. Hinter jedem Kurs steht eine Frage, die mir persönlich begegnet ist.

AuDHS, ADHS und Neurodivergenz betreffen meinen Alltag unmittelbar. Ich kenne die Stärken, die intensive Neugier und das ungewöhnliche Verknüpfen von Gedanken. Ich kenne aber ebenso Reizüberflutung, Überforderung, Missverständnisse und das Scheitern an Dingen, die für andere scheinbar ganz einfach sind.

Scanner-Persönlichkeit und Vielbegabung sind für mich keine romantischen Etiketten. Ich weiß, wie belebend viele Interessen sein können – und wie anstrengend es wird, wenn aus jeder Begeisterung sofort ein neues Projekt entstehen möchte.

Perimenopause und Frauengesundheit beschäftigen mich nicht aus theoretischer Distanz. Ich bin selbst in der Perimenopause, mit den Hochs, Tiefs und gelegentlich schwer nachvollziehbaren Wendungen, die dazugehören können.

Trauer ist für mich ebenfalls kein abstraktes Kursthema. Ich habe Menschen verloren, die mir sehr nahegestanden haben. Deshalb interessiert mich nicht, wie man Trauer möglichst schnell „wegmacht“. Mich interessiert, wie Menschen mit Verlust weiterleben können, ohne dass ihnen eine fertige Bedeutung, ein angeblicher höherer Plan oder ein vorgeschriebener Zeitrahmen übergestülpt wird.

Spiritualität, Tai Chi und Traditionelle Chinesische Medizin gehören ebenfalls zu meinen Interessen. Ich liebe spirituelle Fragen und beschäftige mich gern mit traditionellen Vorstellungen von Körper, Gesundheit und Verbundenheit. Gleichzeitig möchte ich wissen, was dahintersteht: Was ist kulturelle Tradition? Was ist persönliche Erfahrung? Was ist eine plausible Hypothese? Und was ist wissenschaftlich tatsächlich belegt?

Ich möchte Spiritualität nicht aus Bildung verbannen. Ich möchte sie nur nicht mit Gewissheit verwechseln. Zwischen „Das bedeutet mir etwas“ und „Das ist objektiv bewiesen“ liegt ein wichtiger Unterschied.

Und ja: Ich liebe Tiere. Auch das prägt meinen Blick auf Fürsorge, Bindung, Verlust und die Frage, wie Menschen mit anderen Lebewesen umgehen.

Jedes Thema der Akademie trägt deshalb einen Teil meiner Geschichte in sich. Trotzdem sollen die Kurse nicht nur von mir erzählen. Persönliche Erfahrung kann eine Frage öffnen – sie ersetzt aber weder Forschung noch die Lebenswirklichkeit anderer Menschen.

Warum ich diese Akademie selbst gebraucht hätte

Ich lerne gern. Eigentlich lerne ich fast ständig. Ich möchte nicht nur wissen, was ich tun soll, sondern vor allem warum etwas so ist.

Ich hätte mir deshalb früher eine Akademie wie diese gewünscht: einen Ort, der komplexe Zusammenhänge verständlich erklärt, ohne sie in Glitzer zu tauchen oder mit Coachingfloskeln zu überkleben.

Ich brauche kein Programm mit dem Titel „In sieben Tagen ADHS-frei“. Abgesehen davon, dass das fachlich Unsinn wäre, würde ich vermutlich spätestens an Tag drei ein neues Projekt beginnen und den dazugehörigen Wochenplan verlegen.

Ich möchte verstehen:

  • Warum fällt mir etwas schwer?
  • Welche Rolle spielen Nervensystem, Biografie, gesellschaftliche Erwartungen und Umgebung?
  • Was ist wissenschaftlich gut belegt?
  • Wo gibt es noch Unsicherheit?
  • Welche Veränderung ist realistisch?
  • Und was muss vielleicht gar nicht an der Person verändert werden, sondern an den Bedingungen?

Aus genau diesen Fragen ist die Haltung der Lauretta Stone Akademie entstanden.

Wissenschaftlich, aber nicht kalt

Wissenschaftlich fundierte Bildung muss nicht unverständlich, distanziert oder menschenfern sein. Sie darf warm, lebensnah und gelegentlich trocken-humorvoll sein.

Die Kurse sollen Forschung nachvollziehbar machen. Quellen sollen nicht nur in einem Verzeichnis stehen, sondern erkennbar mit Aussagen verbunden sein. Gesicherte Erkenntnisse, fachliche Modelle, Hypothesen, persönliche Erfahrungen und spirituelle Deutungen müssen sprachlich unterscheidbar bleiben.

Gleichzeitig sind Menschen keine Studienobjekte mit perfekter Tagesform. Sie lernen mit Müdigkeit, Kindern, Arbeit, Reizüberflutung, Trauer, gesundheitlichen Veränderungen und einem Alltag, der selten höflich wartet, bis ein Modul abgeschlossen ist.

Deshalb setzt die Akademie auf klar strukturierte, textbasierte und selbstbestimmte Lernangebote. Pausen sind erlaubt. Wiederholungen sind erlaubt. Zweifel sind erlaubt. Niemand muss sich durch ein Lerntempo kämpfen, das am eigenen Leben vorbeigeht.

Was die Lauretta Stone Akademie nicht sein möchte

Die Akademie verspricht keine Heilung, keine schnellen Persönlichkeitsverwandlungen und kein Leben ohne Schwierigkeiten.

Sie ersetzt keine medizinische Diagnostik, Psychotherapie, heilkundliche Behandlung oder individuelle Krisenhilfe. Sie verteilt keine Berufsqualifikationen, die sie nicht vergeben darf, und behauptet keine Anerkennungen, die nicht bestehen.

Sie möchte auch kein Ort sein, an dem Menschen eingeredet wird, sie müssten nur positiver denken, stärker manifestieren oder sich endlich besser organisieren.

Manchmal hilft eine Methode. Manchmal fehlt Wissen. Manchmal braucht es Unterstützung. Manchmal ist eine Situation tatsächlich ungerecht oder unzumutbar. Und manchmal besteht ein sinnvoller nächster Schritt nicht darin, noch effizienter zu funktionieren.

Was hier entstehen soll

Die Lauretta Stone Akademie soll ein Ort für Menschen sein, die lernen wollen, ohne sich dabei kleiner machen zu müssen.

Ein Ort für Frauen, die ihre eigenen Erfahrungen besser einordnen möchten. Für Menschen mit ungewöhnlichen Bildungs- und Berufswegen. Für Neurodivergente, Vielinteressierte, Zweifelnde, Suchende und alle, die genug von einfachen Antworten auf komplizierte Fragen haben.

Ich möchte keine perfekte Bildungswelt vorspielen. Ich möchte eine sorgfältige, ehrliche und fachlich belastbare Lernumgebung entwickeln, die weiter wachsen darf.

Aus einer kleinen Studienaufgabe ist inzwischen ein sehr großes Projekt geworden. Vielleicht ist das nicht das überzeugendste Beispiel für realistische Projektbegrenzung.

Aber es ist ein ziemlich gutes Beispiel dafür, was entstehen kann, wenn Neugier, persönliche Erfahrung, wissenschaftliches Arbeiten und eine hartnäckige Idee lange genug am selben Tisch sitzen.

Lauretta Stone Akademie – Wissen, das nicht in Schubladen denkt.

Kontakt zur Akademie ↗